Ökumenischer Gottesdienst zur Kampagne Erlassjahr 25 Turn Debt into Hope
Die UNESCO- AG des Theodor-Heuss-Gymnasiums hat zu Beginn des neuen Jahres am ökumenischen Gottesdienst in der Thomaskirche in Unterrombach teilgenommen. Themen wie „Gerechtigkeit“, „Menschenrechte“ und die „Kampagne Erlassjahr 25 Turn Debt into Hope“ standen dabei im Zentrum. Gebete, Fürbitten und Lesung waren auf diese Themen abgestimmt. Unterstützt wurden die Schüler*innen von den ehemaligen Lehrerinnen Herma Geiß und Luzia Gutknecht.
Papst Franziskus hat 2024 das Heilige Jahr ausgerufen und die Kampagne „Erlassjahr 25 Turn Debt into Hope“ initiiert. Die Kampagne enthält folgende Forderungen:
Umfassende Schuldenerlasse für verschuldete Länder des Globalen Süden. Der Papst sagte, es gehe hierbei nicht um Großmut, sondern um Gerechtigkeit. Weiter forderte er ein gerechtes Schulden-management. Erlassjahr fordert ein internationales, transparentes Staateninsolvenzverfahren, angesiedelt bei der UN, bei dem auch die Schuldner ein Mitspracherecht haben und die Grundbedürfnisse der Menschen berücksichtigt werden. Die verschuldeten Länder haben durch den hohen Schuldendienst 15% bis 30 % keine Gelder für Gesundheit, Bildung, Klimaschutz und Armutsbekämpfung.
Die globale Dach-Kampagne wird von Caritas International koordiniert. Umgesetzt wird die Kampagne in vielen nationalen Bündnissen, so etwa in Großbritannien, Frankreich, Ungarn und Kanada. In Deutschland mobilisiert „erlassjahr.de“ und sammelt Unterschriften für die Petition des Papstes. Bis jetzt sind 72 000 Unterschriften zusammengekommen. Diese werden Vertretern des Finanzministeriums Ende Januar/Anfang Februar übergeben.
Pfarrer Bernhard Richter schlug in seiner Predigt einen Spannungsbogen von der Frage „Wer ist unser Nächster?“ zu unserer Verantwortlichkeit in unserer unmittelbaren Umgebung bis zu den Menschen in den verschuldeten Ländern des Globalen Süden, die in ihrer Existenz und Menschenwürde bedroht werden. Der höhere Schuldendienst, den diese Länder aufbringen müssen, verhindert, dass die Nachhaltigkeitsziele eingehalten werden. Bernhard Richter stellt auch biblische Bezüge her wie zu dem Statthalter Nehemia, der seinen Schuldnern die Schulden erlassen hat und auch dafür gesorgt hat, dass andere Gläubiger ihm folgen.
Nach dem Gottesdienst wurden die Besucher*innen zu Gesprächen bei Kaffee eingeladen.